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Mit Indien auf dem Sprung
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01-2007/1881
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Source: Rheinische Post Local News, Germany
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von Frank Kirschstein
Mit Indien auf dem Sprung Rhein-Kreis Neuss Tiger, Tee und Taj Mahal - wem bei Indien nicht mehr einfällt, der wird sich spätestens in einigen Jahren wundern: Bereits heute ist Indien gemessen an der Kaufkraft nach den USA, China und Japan die viertgrößte Wirtschaftsmacht der Welt. Deutschland folgt erst auf Rang fünf. Mit Wachstumsraten weit über dem Weltdurchschnitt steuert das Land auf Platz drei unter den größten Volkswirtschaften auf dem Globus zu - spätestens 2050 soll es so weit sein. In Deutschland, so eine Prognose von Goldman Sachs, wird es dann nur noch für Platz acht reichen. Die Konsequenz für deutsche Unternehmen: Auf nach Indien! Die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein und der Rhein-Kreis Neuss machten es möglich. Neun Tage war eine 23-köpfige Delegation aus der Region in Kalkutta, Bombay, Pune und Hyderabad unterwegs. Am Donnerstag zog IHK-Präsident Wilhelm Werhahn gemeinsam mit Landrat Dieter Patt und weiteren Mitreisenden in Neuss Bilanz. Und die könnte kaum positiver ausfallen: „Die Tour war von größtem Nutzen, unglaublich aufregend und voll gepackt mit Informationen und Kontaktmöglichkeiten“, sagt zum Beispiel Professor Dr. Michael Woywode von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Landrat Patt berichtet zudem auch von konkreten Ergebnissen: Bereits im März hofft er, mit Unternehmen aus Indien und Neuss einen Abschluss präsentieren zu können, bei dem es um die Verarbeitung von Früchten geht. „In diesem Bereich besitzen wir Erfahrung - nicht zuletzt durch die Kontakte des Rhein-Kreises nach Kolumbien“, so Patt. Neben IHK-Präsident Wilhelm Werhahn und IHK-Geschäftsführer Roland Meisner waren aus dem Rhein-Kreis Neuss unter anderem Landrat Dieter Patt, Kreiswirtschaftsförderer Jürgen Steinmetz, Andreas Werhahn, Werhahn Mühlen, Andreas Beier, Internationale Container Transport, Paul Josten, Josten Handel & Franchise, sowie Dr. Vladimir und Paul Sergounine, LRS Planung und Technologie, in Indien unterwegs. Auch für das kommende Jahr hat die Industrie- und Handelskammer bereits Reisepläne: Das nächste Ziel für Unternehmer aus dem Kammerbezirk soll Brasilien sein. Gemeinsam mit Kreiswirtschaftsförderer Jürgen Steinmetz besuchte er auch die Stadt Bengaluru, früher Erholungsort der britischen Kolonialherren, heute mit rund sechs Millionen Einwohnern ein Zentrum für Unternehmen der Informationstechnologie sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie. Neben der Eröffnung eines Indisch-Deutschen Büros als neuer Kontaktstelle und dem Besuch einer Maschinenbaumesse mit 70 deutschen Ausstellern, darunter auch das Unternehmen Wendt aus Meerbusch, nutzte Patt den Aufenthalt zu intensiven Gesprächen mit örtlichen Hochschulen. Ein Ergebnis: Ein indischer Hochschul-Satellit könnte auch für den Rhein-Kreis nutzbar gemacht werden, ebenso wie Erfahrungen der Inder im Grundwasser-Management. Indien sieht manchmal rückständig aus, ist aber auf dem Sprung nach ganz vorn.„Wir können selbst keine Geschäfte abschließen, aber Türen öffnen“, sagt Patt. Das bestätigt auch Günter Naasner, Geschäftsführer der Richter Chemie-Technik in Kempen: „Wir sind seit einigen Jahren in Bombay aktiv, aber die Reise war für uns trotzdem sehr wertvoll: Um so viele Informationen und Kontakte zu bekommen, hätte ich alleine mindestens drei Reisen unternehmen müssen.“ Der Gewinn für Naasner: Er weiß nun genauer, in welchen Regionen Indiens er neue Kunden für seine Produkte für die Pharma- und Chemieindustrie finden kann. Wilhelm Werhahn kann sich in seiner Einschätzung bestätigt fühlen: „Die größte demokratische Marktwirtschaft entwickelt sich rasant. Da müssen deutsche Unternehmen dabei sein.“ Nach Pierburg und 3M aus Neuss sowie Lanxess aus Dormagen ist spätestens mit der Unternehmerreise auch der Mittelstand aus der Region auf dem Weg. |
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